Überwachung dezentraler Regenwasserbehandlungsanlagen

Aufgabenstellung
Die staatlich anerkannte Prüfstelle für Durchflussmessungen wurde beauftragt an zwei dezentralen Regenwasserbehandlungsanlagen des Typs „FiltaPex“ eine Betriebsüberwachung mittels Füllstandsmessungen zu installieren und die Datenfernübertragung zu betreiben.

Auftraggeber
WSW Energie und Wasser AG
Bromberger Straße
42281 Wuppertal

Situation
Mit der Einführung des sogenannten „Trennerlasses“ ist in Nordrhein-Westfalen ein Behandlung verschmutzer Oberflächenabflüsse vor der Einleitung in ein Gewässer eine Behandlung erforderlich. Dies erfolgt über klassische Regenklärbecken, aber vermehrt auch über neue dezentrale Systeme, für die noch keine Langzeiterfahrungen vorliegen. Die Standzeit von kleinen kompakten, dezentralen Systemen ist dabei maßgeblich vom System selbst, aber gleichermaßen auch von der Charakteristik des Einzugsgebiets und der Niederschlagshäufigkeit und -intensität abhängig. Eine pauschale Festlegung der Standzeit führt also zu einer verfrühten Wartung (höhere Kosten) oder zu späten Wartung (Gewässerbelastung). Die Prüfstelle der Dr. Pecher AG verfügt über mobile (akkubetriebene und ATEX-zugelassene) Füllstandsmessungen, die für eine Betriebsüberwachung dieser Systeme genutzt werden. Über mobile Datenlogger mit GPS-Anbindung können die Daten auf den firmeneigenen Datenserver übertragen werden. Hierdurch ist es möglich, die Wirksamkeit der Behandlungsanlage unabhängig zu dokumentieren und den idealen Zeitpunkt einer erforderlichen Wartung festzustellen. Dem Auftraggeber stehen die Daten jederzeit über das Internet zur Verfügung.

Vorgehensweise
Die Installation und Inbetriebnahme erfolgte durch Mitarbeiter der Prüfstelle für Durchflussmessungen an zwei dezentralen Behandlungsanlagen des Typs „FiltaPex“. Das mobile System für Füllstandmessungen benötigt durch den Akkubetrieb keine externe Stromversorgung. Zur Archivierung werden die Daten täglich automatisch in ein Messdatenmanagementsystem (MDMS) übertragen. Zeitnah können so Betriebzeiten ausgewertet, die Funktionsfähigkeit nachgewiesen und der Wartungszeitpunkt festgelegt werden.

Randbedingungen
In der Praxis wird der Betrieb von dezentralen Behandlungssysteme in vielen Fällen in der Zeit nach dem Einbau bis zum nächsten Wartungszeitpunkt nicht regelmäßig kontrolliert. Vor allem in den ersten Jahren fehlen für die einzugsgebietsspezifischen Randbedingungen Betriebserfahrungen und eine genaue Festlegung des Wartungszeitpunktes. Da an diesen Betriebspunkten zumeist keine Stromversorgung vorhanden ist, wurde bisher nur in seltenen Fällen eine kontinuierliche Betriebsüberwachung umgesetzt. Mittels einer mobilen Füllstands- und Datenfernübertragung kann der Betrieb kontinuierlich überwacht und dokumentiert werden.
Die Überwachung ermöglicht so eine bedarforientierte und somit kostengünstige Wartung und Reinigung. Der Gewässerschutz ist lückenlos sicher gestellt.'

Kennwerte