Prüfung der Drosselkennlinie eines Regenüberlaufs

Aufgabenstellung
Gemäß dem Bescheid über die Erteilung einer Erlaubnis für die Einleitung von entlastetem Mischwasser ist „nach Inbetriebnahme des Regenüberlaufs die Kennlinie der Schieberdrossel durch Messungen zu ermitteln und mit dem Planungsziel zu vergleichen“.

Auftraggeber
Abwasserzweckverband Untere Nahe
über Stadtwerke Bingen
Saarlandstraße 364
55411 Bingen am Rhein

Situation
Um für ein Teilgebiet des Abwassernetzes der Stadt Bingen die Befreiung von der Abwasserabgabe zu erreichen, ist nach Inbetriebnahme eines Regenüberlaufs (RÜ) die Kennlinie der Schieberdrossel durch Messungen zu ermitteln und mit dem Planungsziel zu vergleichen.

Vorgehensweise
Aufgrund der hydraulischen Randbedingungen war ein gezielter Einstau des RÜ und eine Messung des Abflusses nicht möglich. Daher wurde unterhalb des RÜ eine sohlgebundene Durchflussmessung und vor dem Drosselschieber eine Füllstandsmessung eingebaut. Ein mobiler MID konnte aufgrund der beengten Platzverhältnisse nicht eingesetzt werden. Die Messungen wurden bis zur Erfassung eines natürlichen Regenereignisses mit einem Einstau des RÜ (> 2/3 Hmax) durchgeführt.

Die durch Messungen ermittelte Q-h-Beziehung wurde mit den Angaben des Herstellers des Drosselschiebers und eigenen Kennlinienberechnungen verglichen. Die Messungen wurden für zwei unterschiedliche Öffnungshöhen durchgeführt. Die theoretisch ermittelten Abflusswerte konnten durch die Vergleichsmessung bestätigt werden.

Randbedingungen
Aufgrund fehlender technischer Vorgaben in Rheinland-Pfalz wurden die in Nordrhein-Westfalen und Hessen geltenden technischen Regelwerke (SüwV Kan, EKVO) und die Fachberichte des LUA NRW (jetzt LANUV) als Grundlage für die Durchführung der Vergleichsmessung und Dokumentation der Messergebnisse herangezogen.

Kennwerte

Regenüberlauf im Mischsystem

Drossel: festeingestellter Drosselschieber Drosselabfluss

Qkrit: 75 l/s

Messdauer: 6 Wochen

Vergleichsmessung: Ultraschall-Kreuzkorrelationsverfahren