"Emscher, Ökologische Verbesserung", Umbau der Emschermündung
Aufgabenstellung
Überarbeitung der Entwurfsplanung, Ausführungsplanung und Vorbereitung der Vergabe zum Umbau der Emschermündung in den Rhein
Optional: Mitwirkung bei der Vergabe, Bauoberleitung und örtliche Bauüberwachung
Auftraggeber
Emschergenossenschaft
Kronprinzenstraße 24
45128 Essen
Situation
Die Emschergenossenschaft beabsichtigt den Umbau des gesamten Emschersystems zu einem abwasserfreien und ökologisch wertvollen Fluss. Damit soll das ökologische Potential gemäß WRRL erreicht werden. Ein Teil dieses Gesamtprojekts ist der Umbau der Emschermündung in den Rhein. Derzeit ist die Emschermündung technisch ausgebaut und entspricht nicht den genannten Anforderungen. Der Flusslauf ist begradigt und technisch befestigt. Das am Rhein gelegene Mündungswehr verhindert eine aufwärts gerichtete ökologisch und aquatische Vernetzung der Emscher mit dem Rhein. Die Emschermündung soll wieder naturnah gestaltet werden. Dazu soll ein weitgehend unbefestigtes und strukturreiches Gewässer geschaffen werden, welches von hydraulisch angebundenen Auenlandschaften begleitet wird. Die vorhandene Emschermündung in den Rhein wird um rd. 400 m nach Norden verlegt. Dadurch verlängert sich die Fließstrecke und der Raum der anzulegenden Auenlandschaft wird geschaffen. Zur Überwindung des Höhenunterschiedes zwischen Emscher und Rhein sind ökologisch durchgängige Sohlgleiten zu planen. Die neu gestaltete Emschermündung samt Auenlandschaft ist aufgrund des Hochwasserschutzes nach den Rheindeich- und Emscher-Standards neu einzudeichen. Weitere Ziele der Maßnahme sind die Reduzierung von Infiltrationen ins Grundwasser, Optimierung des Biotopverbundes zwischen Rhein und Emscher und Schaffung eines extensiven Erholungsgebietes.
Vorgehensweise
Auf Grundlage der vorliegenden Genehmigungsplanung werden folgende Arbeitsschritte durchgeführt:
Randbedingungen
Die Planung wird in einer Ingenieurgemeinschaft unter Beteiligung und Berücksichtigung verschiedener weiterer Fachplaner durchgeführt. Hier zu nennen sind:
Das Planungsgebiet befindet sich teilweise im Rückstaubereich des Rheins. Im Sinne des Hochwasserschutzes ist für die Ausführungsplanung der Deiche somit der Rheindeich-Standard zu beachten. Zur Ausführung kommen Drei-Zonen-, Zwei-Zonen- und Deiche mit statisch wirksamem Element sowie Freibordverwallungen.
Ferner sind die geplanten Arbeiten teilweise unmittelbar im Rhein durchzuführen, wie der Bau der neuen Emschermündung in den Rhein und Umbau vorhandener Buhnen. Hierzu werden auch entsprechende bauzeitliche Hochwasserschutzeinrichtungen erforderlich. Das gleiche gilt für die Arbeiten in der Emscher unter "fließender Welle".
Der umzubauende Emscherabschnitt wird von einem Bahn- und zwei Brückenbauwerken gekreuzt. Die an der Emscher liegenden Fundamente und Widerlager der Brücken sind unter Aufrechterhaltung des Verkehrs und unter Abfluss der Emscher zu ertüchtigen und zu sichern. Hierzu sind entsprechende Lösungen hinsichtlich der Gründung und Sicherung der Brücken unter den genannten Bedingungen zu entwickeln.
Kennwerte
Länge des neu gestalteten Gewässers: 2 km
Abflüsse Emscher: 12 m³/s Mittelwasserabfluss / 350 m³/s Bemessungshochwasser
42,3 ha Plangebiet zur Neugestaltung des Gewässers mit ökologisch durchgängigen Sohlgleiten, Auen und Deichanlagen
1,7 Mio. m³ Bodenaushub und -verwertung
1.000 m Deichanlagen (Drei-Zonen-Deich, Zwei-Zonen-Deich, Deiche mit statisch wirksamem Element) im Rückstaubereich des Rheines
2.500 m Freibordverwallungen an Emscher und Rhein
45.000 m³ Wasserbausteindeckwerk für Sohlgleiten und Gewässer
28.000 t Wasserbausteine Kantenlänge 0,8 bis 3,1 m für Sohlgleiten
9.000 m³ Stahlbetonabbrucharbeiten am Mündungswehr mit Rechenanlage
3 Brückensicherungen (Straße und Bahn)
rd. 45 Mio. EUR Bruttobaukosten