Niederschlagswassereinleitungen Stadt Hennef
Aufgabenstellung
Ableitung von immissionsorientierten Anforderungen an Misch- und Niederschlagswassereinleitungen gemäß BWK Merkblatt M3, Erarbeitung von Maßnahmenvorschlägen zur Reduzierung von hydraulischen und stofflichen Gewässerbelastungen, Erstellung von Genehmigungsunterlagen für Einleitungserlaubnisse
Auftraggeber
Abwasserwerk der Stadt Hennef
Frankfurter Straße 97
53773 Hennef
Situation
Einleitungserlaubnisse für Misch- und Niederschlagswassereinleitungen werden in NRW in der Regel nur erteilt, wenn die Gewässerverträglichkeit nachgewiesen wird. Mit dem BWK-Merkblatt M3 und der dazugehörenden Software liegen die Instrumente zur Ableitung immissionsorientierter Anforderungen vor. Der vereinfachte Nachweis erfolgt über hydraulische und stoffliche Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. Zum Schutz vor hydraulischen Schädigungen im Gewässerlängsschnitt sind einjährliche Abflüsse vorhandener Gebiete, die den potenziell naturnahen einjährlichen Abfluss um mehr als 10 % überschreiten, zu vermeiden. Als Grenzwerte für die stoffliche Belastung sollen 5 mg/l Sauerstoff nicht unter- und 0,1 mg/l Ammoniak-Stickstoff im Gewässer nicht überschritten werden. Im Falle von Abweichungen müssen Maßnahmen zur Reduzierung der Belastungen durchgeführt werden.
Randbedingungen
Die zu untersuchenden Gewässer entspringen als Gewässer der Mittelgebirge im Hügelland und münden als Flachlandgewässer in die Sieg. Dementsprechend ändert sich ihre Empfindlichkeit gegenüber hydraulischen und stofflichen Beeinträchtigungen im Längsverlauf. Streckenweise sind die Gewässer in städtischen Bereichen verrohrt. Aufgrund der dichten Bebauung ist die Schaffung von neuen Regenrückhaltebecken nur schwer möglich. Lösungsmöglichkeiten zur Reduzierung der hydraulischen Belastung liegen vor allem in der mittel- bis langfristigen Entwicklung möglichst naturnaher Gewässerstrecken, um das Wiederbesiedlungspotenzial zu erhöhen und überhöhte Schubspannungen an der Gewässersohle zu reduzieren. Die Anwendung des "detaillierten Nachweises", insbesondere die Kombination aus Niederschlagsabflussmodell und hydraulischem Modell kann für einige Gewässer genauere Aussagen und gleichzeitig die Grundlage für wasserbauliche Planungen liefern.
Vorgehensweise
Die immissionsorientierte Betrachtung gemäß BWK-Merkblatt M3 ("vereinfachter Nachweis") umfasst im Wesentlichen die folgenden Arbeitsschritte:
Kennwerte