Optimierung der Klärschlammverwertung auf der Kläranlage Bellheim
Aufgabenstellung
Erarbeitung eines flexiblen, zukunftsfähigen Klärschlammbehandlungs- und Klärschlammverwertungskonzeptes für die Kläranlage Bellheim
Auftraggeber
Verbandsgemeinde Bellheim
Schubertstraße 18
76753 Bellheim
Situation
Die Kläranlage Bellheim, mit einer Ausbaugröße von 49.500 EW, wird verfahrenstechnisch mit einem aeroben simultanen Schlammstabilisierungsprozess betrieben. Der anfallende Klärschlamm wird derzeit eingedickt, zwischengespeichert und anschließend der landwirtschaftlichen Verwertung zugeführt. In der Vergangenheit musste, aufgrund erhöhter Kupferbelastungen, zeitweise ein alternativer Entsorgungsweg gewählt werden. Bedingt durch die laufenden bzw. abgeschlossenen Novellierungsverfahren zum Kreislaufwirtschaftsgesetz (KrWG), der Klärschlammverordnung (AbfKlärV) und der Düngemittelverordnung (DüMV) ist eine Verschärfung der Belastungsproblematik zu erwarten. Es ist davon auszugehen, dass die landwirtschaftliche Verwertung entsprechend des derzeitigen Vorgehens keine mittel- bis langfristig gesicherte Entsorgungsvariante darstellt und somit Alternativen zu betrachten sind. Darüber hinaus ist die vorhandene maschinelle Eindickung sanierungsbedürftig.
Vorgehensweise
In einem ersten Schritt waren die vorhandene Anlagentechnik zu bewerten sowie die Auslegungsdaten für die zukünftige Klärschlammbehandlung zu ermitteln. Darüber hinaus war für die Abschätzung der zukünftig Entsorgungsmöglichkeiten eine Bewertung der Klärschlammqualität vorzunehmen. In einem weiteren Schritt wurden geeignete Verfahrenstechniken für die Klärschlammbehandlung ausgewählt und mögliche Verfahrenskombination für eine Variantenstudie zusammengestellt. In diesem Zusammenhang wurde auch untersucht, ob die Umrüstung der Kläranlage auf einen Betrieb mit anaerober Stabilisierung sinnvoll ist.
Die ermittelten Varianten wurden ausgearbeitet und um die für eine Kostenvergleichsrechnung nach LAWA KVR-Leitlinie erforderlichen Daten ergänzt. Neben dem Projektkostenbarwert wurden verschiedene technische Kriterien ausgewertet. Letztendlich konnte mittels einer Entscheidungsmatrix eine Vorzugsvariante erarbeitet werden. Die Konzeptstudie führt zu dem Ergebnis, dass die Errichtung einer stationären Klärschlammentwässerung auf der Kläranlage Bellheim wirtschaftlich und technisch sinnvoll ist und im Weiteren realisiert werden sollte. Weiterführende Verfahrensschritte (bspw. eine Klärschlammtrocknung) können zu einem späteren Zeitpunkt bedarfsgemäß nachgerüstet werden.
Randbedingungen
Die Betrachtungen auf der Kläranlage Bellheim müssen generell unter Berücksichtigung der Belange direkter Anwohner erfolgen. Insbesondere Geruch und Lärm spielten bei den Untersuchungen eine wesentliche Rolle. Darüber hinaus waren die beengten Verhältnisse auf dem Klärwerksgelände zu berücksichtigen.
Kennwerte