Ingenieurplanungen für die Kläranlagen Plovdiv und Dobrich

Aufgabenstellung
Ermittlung der erforderlichen Investitionsmaß-nahmen und Ingenieurplanungen einschließlich Er-stellung der FIDIC-Ausschreibungsunterlagen zur Erweiterung und Sanierung der Kläranlagen in Plovdiv und Dobrich

Auftraggeber
Ministerium für Umwelt und Wasser
Direktorat "EU Fonds und Umwelt
"22 Maria Louisa Boulevard, Büro 505
1000 Sofia, Bulgarien

Situation
Plovdiv ist mit ca. 380.000 Einwohnern die zweitgrößte Stadt in Bulgarien und zählt mit seiner achttausendjährigen Geschichte zu den ältesten Städten Europas. Dobrich mit ca. 90.00 Einwohnern liegt im Nordosten nahe dem Schwarzen Meer und ca. 50 km vom bekannten Badeort Varna entfernt. Die vorhandenen kommunalen Kläranlagen sind für die Behandlung von häuslichem und industriellem Abwasser mit mechanischen Vorreinigungsstufen und biologischen Stufen zur Kohlenstoffentfernung ausgestattet. Die Vorfluter, Mariza Fluss (Plovdiv) und Suhata Fluss (Dobrich), sind seit 2003 als sensitive Gebiete ausgewiesen. Dementsprechend erfüllen beide Kläranlagen nicht mehr die EUEinleitungsbedingungen bezüglich weitergehender Reinigungsstufen zur Nährstoffentfernung. Außerdem sind wesentliche Teile der bautechnischen und ausrüstungstechnischen Anlagen erneuerungsbedürftig. Eine Behandlung der Klärschlämme erfolgt nur unzureichend (Plovdiv) oder überhaupt nicht (Dobrich). Der Betrieb beider Kläranlagen wird außerdem stark beeinträchtigt durch den hohen Verdünnungsgrad des zugeführten Abwassers aufgrund des Fremdwasseranfalls in den Kanalisationsnetzen.

Vorgehensweise
Parallel mit der Aufnahme des IstZustandes werden die Parameter für die Auslegung der Kläranlagen unter Berücksichtigung der vorgesehenen Sanierungs und Erweiterungsmaßnahmen im Abwasserableitungssystem und der geforderten Einleitungsbedingungen gemäß EURichtlinie 91/271 über die Behandlung von kommunalem Abwasser definiert. Darauf basierend erfolgt die Auswahl und Dimensionierung der erforderlichen Reinigungsstufen, wobei die technischwirtschaftlichste Lösung aus dem Vergleich von Alternativen ausgewählt wird. Unter Berücksichtigung der vorhandenen Anlagenteile und des Zustandes sowie der örtlichen Randbedingungen wird ein Konzept zur Ertüchtigung und Erweiterung der Kläranlagen ausgearbeitet. Da bei beiden Anlagen die Erneuerung und Erweiterung der elektro und steuerungstechnischen Ausrüstungen erforderlich ist, erfolgt eine Zusammenarbeit mit der EWA Ingenieurgesellschaft für Elektroplanungen mbH, Bochum.
Für die mit dem AG, den Gemeinden und den regionalen Abwasserbetrieben abgestimmten Konzepte werden die Anträge zur Förderung aus dem EUStruktur/Kohäsionsfond einschließlich der zugehörigen Dokumentationen ausgearbeitet. Zur Vorbereitung der Realisierung werden dann die Ingenieurplanungsarbeiten durchgeführt und die Unterlagen für die internationalen Ausschreibungen der Bauleistungen und der Bauüberwachung nach FIDICStandard erstellt.

Randbedingungen
Die Auswahl der technischwirtschaftlichsten Lösungen erfolgt in enger Zusammenarbeit mit dem AG, den Gemeinden und den regionalen Abwasserbetrieben als zukünftige Betreiber. Gleichzeitig sind die Stadtentwicklungen in den nächsten 25 Jahren und die in den Kanalnetzen vorgesehenen Maßnahmen zu berücksichtigen, die parallel mit den Kläranlagen realisiert werden sollen. Außerdem sind die institutionellen und wirtschaftlichen Randbedingungen zur Realisierung und Finanzierung in den Gemeinden und Abwasserbetrieben zu beachten.

Eine besondere Herausforderung stellt die Planung und Implementierung in den vorhandenen Kläranlagen dar, wobei auch bereits laufende Teilerneuerungen von Anlagenteilen einzubeziehen sind. Den örtlichen Bedingungen und dem zuverlässigen Betrieb der erweiterten Kläranlagen wird ebenfalls besondere Aufmerksamkeit gewidmet.

Da im Prognosezeitraum weiterhin auch mit Schwermetallen aus der Einleitung von Industrieabwässern zu rechnen ist, müssen tragfähige Konzepte für die Klärschlammentsorgung entwickelt werden.

Kennwerte
Plovdiv:


Dobrich: