Erweiterung, Sanierung und Optimierung der ZKA Pulheim
Aufgabenstellung
Erweiterung und Sanierung der Zentralkläranlage Pulheim sowie Optimierung des Kläranlagenbetriebes
Auftraggeber
Stadt Pulheim
Tiefbauamt
Postfach 13 45
50241 Pulheim
Vorgehensweise
In enger Abstimmung mit dem Auftraggeber wurden die Schwachstellen der Kläranlage, die einen erhöhten Betriebsaufwand verursachten oder die Reinigungsleistung der Kläranlage negativ beeinflussten, ermittelt und Lösungsvorschläge ausgearbeitet. Die daraus resultierenden Maßnahmen wurden sukzessive umgesetzt.
Im einzelnen wurden folgende Maßnahmen durchgeführt:
- Erneuerung der Fällmitteldosierstation zur Simultanfällung
- Hydraulische Nachrechnung der Kläranlage mit dem EDV-Programm HYBEKA
- Erneuerung der Gebläsestation zur Luftversorgung der Belebungsbecken einschließlich Modernisierung des Regelkonzeptes
- Bau eines Quelltopfes zur Parallelbeschickung der vorhanden Nachklärbecken
- Ausrüstung der Nachklärbecken mit Zulauftauchwänden und -hauben zur Verbesserung der Sedimentstationsleistung
- Entschlammung der Schönungsteiche
- Erstellung einer BHKW-Anlage
- Erneuerung der Schlammentwässerung
- Erstellung eines neuen Zulaufgerinnes zur Feinstrechenanlagen
- Bauliche Sanierung des Rechengebäudes
- Technische Sanierung der zwei vorhandenen Klärgasspeicher
- Erstellung einer Betriebsanweisung
- Sanierung eines Faulbehälters
Darüber hinaus befinden ist derzeit folgende Maßnahme in Bearbeitung:
- Bauliche Sanierung des Zulaufpumpwerks und Austausch der Schneckenpumpen
Die sukzessive Planung und Umsetzung der erforderlichen Maßnahmen erfolgte dabei auf Basis einer sinnvollen Aufwand-/Nutzenabschätzung unter Berücksichtigung einer Verteilung der Investitionskosten auf einen zweckmäßigen Zeitraum.
Darüber hinaus unterlagen die Maßnahmen einem permanenten Kostenmanagement mittels regelmäßiger Kostenfortschreibung in Abhängigkeit der Leistungsphasen. Zum Zwecke der Kostensicherheit wurden Einsparmöglichkeiten geprüft und sofern erforderlich, getroffene Entscheidungen überprüft.
Randbedingungen
Trotz einer vorangegangenen Erweiterung der Kläranlage traten Betriebsprobleme auf, die durch die o. a. Maßnahmen beseitigt wurden. Sämtliche Maßnahmen mussten intensiv mit dem Auftraggeber und seinen politischen Gremien abgestimmt werden. Zur Begutachtung des Gesamtkonzeptes schaltete der Aufraggeber die Abwasserberatung NRWe.V. ein, die das vorgeschlagenen Konzept unterstützte.
Kennwerte
- Ausbaugröße rd. 80.000 EW
- Derzeitige Belastung rd. 60.000 EW
- Biologische Reinigung: AB-Verfahren
- Schlammbehandlung: maschinelle ÜS-Voreindickung, Faulung, maschinelle Entwässerung
- Gebläsestation: 3 Drehkolbengebläse mit je 4.300 Nm3/h (FU-Betrieb), 1 polumschaltbares Drehkolbengebläse als Reserveaggregat mit 1.800/ 3.100 Nm3/h
- BHKW-Anlage: 2 Module mit je 100 kW (elektrisch)
- Schlammentwässerung: Winkelpresse der Firma Bellmer mit max. 25 m3 Nassschlamm/h (24 h-Betrieb möglich)
- Schönungsteiche: 3 Teiche mit einem Gesamtvolumen von rd. 35.000 m3
- Klärgasbehälter: Niederdruckbehälter mit jeweils 300 und 400 m3
- Zwei hintereinander geschaltete Schneckenpumpwerke mit einer Förderhöhe von 9m und insgesamt 8 Schneckenpumpen (DN900/DN1200)
- Gesamtinvestitionskosten belaufen sich auf rund 3,0 Mio. Euro