Umbau und Erweiterung der Pumpstation der Gemeinde Sylt
Aufgabenstellung
Entwurfs- und Ausführungsplanung einschließlich geotechnischer Beratung sowie Objektüberwachung für den Umbau und die Erweiterung der Pumpstation
Auftraggeber
Gemeinde Sylt
Hebbelweg 2-4
25980 Sylt / OT Westerland
Situation
Die Oberflächenentwässerung des überwiegenden Teils von Westerland der Gemeinde Sylt leitet das Niederschlagswasser über eine bestehende Pumpstation in die anliegenden Entwässerungsgräben ab. Die Pumpstation begrenzt somit den Ablauf der Oberflächenentwässerung, was zu einem nicht verträglichen Rückstau in das zufließende Kanalsystem führt. Das vorhandene Pumpwerk, bestehend aus 3 Schneckenpumpen mit einer Gesamtförderleistung von 2,5 m³/s, ist somit entsprechend zu erweitern.
Vorgehensweise
Vorlaufend zur Planung der Pumpwerkserweiterung wurde ein umfassendes Gutachten zur Ertüchtigung der Oberflächenentwässerung erstellt. Ergebnis des Gutachtens und der in diesem Rahmen durchgeführten Kanalnetzberechnungen war unter Anderem, dass die vorhandene Leistung des Pumpwerks von 2,5 m³/s auf 3,0 m³/s zzgl. Reserve zu erhöhen ist, die Einlaufhöhe der Grundlastschnecke tiefer und die oberen Sturzpunkte höher anzuordnen sind. Im Rahmen der Entwurfs- und Ausführungsplanung erfolgten dann noch weitere Rückkopplungen zur Kanalnetzberechnung, um die neue Einlaufhöhe zum Pumpwerk zu optimieren.
In einem weiteren Gutachten zur Regenwasserbehandlung wurde aufgezeigt, dass zwischen Auslauf der Pumpstation und Einleitung in die Entwässerungsgräben die Errichtung eines Sandfanges sinnvoll ist. Für die technische Ausrüstung des Sandfanges wurde ein Stufenplan erstellt, so dass dieser optional bei Bedarf mit einer Sandwaschanlage und dadurch bedingt mit einer automatischen Räumung nachgerüstet werden kann.
Randbedingungen
Das vorhandene Pumpwerk liegt im Bereich einer Wohnbebauung. Für die Anordnung des neuen Sandfanges am Auslauf des Pumpwerks konnte eine Teilfläche eines ehemals geplanten Rückhaltebeckens genutzt werden. Das Pumpwerk aus dem Baujahr 1969 bestehend aus 3 Schneckenstraßen DN 1100 und DN 2000 musste aufgrund der erforderlichen neuen Ein- und Auslaufhöhen komplett umgebaut und erweitert werden.
Zur Erzielung einer tieferen Einlaufhöhe und zur Schaffung einer nach dem Stand der Technik erforderlichen Reservepumpe wurde neben dem bestehenden Pumpwerk als Anbau ein neuer Schneckenpumpwerksteil für die zusätzliche Schneckenpumpe errichtet. Hierfür war zuerst der Neubau einer neuen und der Abriss der alten Trafostation erforderlich.
Die 3 Schneckenstraßen am bestehenden Pumpwerk sind unter Betrieb umzubauen. Dazu wird abschnittsweise die alte Schneckenpumpe ausgebaut, die erforderlichen Rohbauarbeiten zur Vergrößerung der Wand- und Deckenöffnungen und zur Errichtung neuer Maschinenfundamente durchgeführt und dann die neue Schneckenpumpe eingebaut und in Betrieb genommen. Zur Aufnahme der neuen Fundamente mussten die vorhandenen Deckenplatten zusätzlich verstärkt werden.
Zur optimalen Ausnutzung des vorhandenen Volumens der Zulaufkanäle wurden ferner noch 2 Entleerungspumpen im Bereich des Pumpwerkszulaufes angeordnet.
Der Maschinenraum des vorhandenen und des neuen Pumpwerkteils wurden zusammengeführt und die Anlagen zur E-Technik in dem neuen Elektrotechnikraum zentral untergebracht. Über den in der Lage geänderten Motoren und Getriebe wurden entsprechend neue Kranschienen mit Hebezeugen angeordnet.
Das Hochbauteil des vorhandenen Pumpwerks ist aufgrund des Alters und aufgrund des Anbaus der neuen Pumpwerkserweiterung komplett zu sanieren und wird mit einer neuen Fassade, einer neuen Dachabdichtung und einem komplett neuen Innenausbau versehen.
Baugrundsituation:
Für die Errichtung des Tiefbauteils des neuen Pumpwerks und des neuen Sandfanges sind tiefreichende Baugruben zu erstellen.
Die Baugrundsituation im Bereich des geplanten Pumpwerks ist durch die anstehenden Sande und Kiese mit unregelmäßigen Schluffeinlagerungen und einem hohen Grundwasserstand gekennzeichnet. Im Zuge der Bauausführung wurde eine zusätzliche geotechnische Beratung beauftragt. In diesem Rahmen werden in den einzelnen Bauphasen die Leistungsfähigkeit der Brunnenanlage überprüft, die Fördermengen nach-berechnet, der Verbau rechnerisch überprüft und Konzepte zur Begrenzung der Fördermengen entwickelt.
Die Trockenlegung der Baugruben erfolgt schließlich je nach Tiefenlage mit Teilgrundwasserabsenkungen bzw. im Schutze eines Spundwandverbaus mit Unterwasserbetonsohlen.
Die Maßnahmen werden im Rahmen einer ergänzenden Baugrundberatung begleitet und koordiniert.
Kennwerte