Regenklärbecken mit Hochwasserpumpstation in Eitorf
Aufgabenstellung
Regenklärbecken für zwei klärpflichtige Regenwassereinleitungen in die Sieg aus dem Gewerbegebiet Eitorf. Hydrodynamische Bemessung und Planung von Hochwasserpumpanlagen, die in die Regenklärbecken integriert werden.
Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung der beiden Regenklärbecken einschließlich Tragwerksplanung und Planung der maschinen- und elektrotechnischen Ausrüstung.
Auftraggeber
Gemeindewerke Eitorf
Markt 1
53783 Eitorf
Situation
Im Hinblick auf den Trennerlass NRW und die Verlängerung der Einleiterlaubnis sind für zwei Regenwassereinleitungen aus dem Gewerbegebiet Eitorf geeignete Regenwasserbehandlungsanlagen zu erstellen. Wegen der Rückstaugefahr von der Sieg sind die Bauwerke mit Hochwasserpumpanlagen auszurüsten. Die Beckenentleerung erfolgt nach Regenende in das Schmutzwassernetz Richtung Kläranlage. Aufgrund von Dränageabflüssen in den Regenwasserkanälen sind entsprechende Ableitungsmöglichkeiten im Regenklärbecken vorzusehen.
Vorgehensweise
In der Vorplanung zeigte sich, dass in den bestehenden Regenwasserkanälen ausreichend Volumen für die Regenwasserbehandlung aktiviert werden kann, ohne dass es zu einem schädlichen Rückstau in das Regenwassernetz kommt. Für die Regenwasserbehandlung an den beiden Einleitungsstellen ist deshalb nur ein Sonderbauwerk mit Überlaufschwelle und Entleerungs- sowie Hochwasserpumpen erforderlich. Die Beckenstandorte wurden so gewählt, dass einerseits alle klärpflichtigen Flächen angeschlossen werden können und andererseits das Regenklärbecken gut zugänglich außerhalb des Überschwemmungsgebietes der Sieg liegt. Das Regenwasserbehandlungsvolumen beträgt jeweils rd. 130 m³.
Die Überlaufschwelle wird als Biegeklappe ausgebildet, so dass die Überlaufhöhe begrenzt und Rückstau von der Sieg in das Kanalnetz vermieden werden kann. Zur Ableitung der Dränageabflüsse wird eine Trockenwetterablaufleitung mit Elektroschieber eingebaut. Bei Regenbeginn und Einstau am Zulauf wird der Elektroschieber zugefahren. Der Schieberantrieb wird in einem separaten Raum über dem Schieber untergebracht.
Die Beckenentleerung erfolgt nach Regenende in das Schmutzwassernetz. Aufgrund der Höhenverhältnisse erfolgt die Entleerung mit Tauchmotorpumpen und Druckrohrleitungen DN 100. Die Druckrohrleitung wird auf einer Länge von rd. 150 m in geschlossener Bauweise hergestellt.
Für die Bemessung der Hochwasserpumpen wurden separate Untersuchungen und Variantenbetrachtungen durchgeführt. Hierfür wurden die maßgebenden Wasserstände der Sieg und die Regenereignisse während der Hochwasserzeiten ausgewertet. Anschließend erfolgten hydrodynamische Seriensimulationen für verschiedene Pumpenförderströme zum Nachweis einer ausreichenden Überstauhäufigkeit im Hochwasserfall.
Die Regenklärbecken werden als Fertigteile ausgebildet, so dass Bauzeit und Baukosten reduziert werden können.
Kennwerte