Haupttransportleitung Wasserwerk St. Sebastian

Aufgabenstellung
Planung, Ausschreibung und Bauleitung für die Erneuerung der Haupttransportleitung Wasserwerk St. Sebastian - Hochbehälter Silberberg

Auftraggeber
Zweckverband RheinHunsrück Wasser
Gallscheider Straße 1
56281 Dörth

Vorgehensweise
Die Verlegung der rd. 14 km langen Haupttransportleitung vom Wasserwerk St. Sebastian zum Hochbehälter Silberberg erfolgte in den Jahren 1971/72 mit duktilen Gussrohren der Nennweite DN 500, die weder über eine Zementmörtelauskleidung noch über einen geeigneten Außenkorrosionsschutz verfügen. Dies hat dazu geführt, dass die Rohrleitung zwischenzeitlich eine deutliche Korrosion aufweist, die sich durch den starken Anstieg der Reibungsverluste mit entsprechendem Rückgang der Pumpenleistung sowie teilweise erhebliche Lochfraßschäden bemerkbar macht.
Grundsätzlich ließen sich Betriebssicherheit und Funktionsfähigkeit der Haupttransportleitung durch die Innensanierung mit einer Zementmörtelauskleidung erheblich verbessern. Dies scheitert jedoch daran, dass bei einer Außerbetriebnahme der Haupttransportleitung über einen Zeitraum von mehr als 24 Stunden die Versorgungssicherheit von über 90.000 Einwohnern nicht mehr gewährleistet werden kann.
Dabei wird auch die Bedeutung der Haupttransportleitung für den Zweckverband und in anbetracht des Zustandes der Rohrleitung die Dringlichkeit erkennbar, die Versorgungssicherheit zu verbessern. Bei einem Rohrbruch an einer schwer zugänglichen Stelle können Reparaturarbeiten mehrere Tage andauern. Ein Totalausfall der Wasserversorgung führt jedoch sehr schnell zu katastrophalen hygienischen Verhältnissen und erheblichen wirtschaftlichen Schäden.
Durch die Verlegung einer weiteren parallelen Rohrleitung soll die Versorgungssicherheit erhöht und die Voraussetzung zur Sanierung der bestehenden Haupttransportleitung geschaffen werden. Die Maßnahme soll in 4 Abschnitte unterteilt und die kritischsten Bereiche zuerst realisiert werden.
Abschnitt 1: Kreuzungsbereich mit Autobahnabfahrt A 48 / B 9 und DB-Rheinstrecke sowie Anbindung an das Wasserwerk St. Sebastian.
Abschnitt 2: Bereich Hochebene von Bubenheim über Rübenach nach Winningen.
Abschnitt 3: Bereich Steilhang Winningen mit Kreuzung der DB-Moselstrecke und Anbindung an den Moseldüker.
Abschnitt 4: Bereich Steilhang Dieblich und Anbindung an den Moseldüker sowie den Hochbehälter Silberberg.
Folgende Arbeiten wurden bisher durchgeführt:

Randbedingungen
Der dicht bewaldete Dieblicher Steilhang mit Neigungen bis 45° (Abschnitt 4) sowie der für Weinanbau genutzte Winniger Steilhang, mit Neigungen bis 30° und bis zu 3,00 m hohen Natursteinmauern (Abschnitt 3) stellen wegen der Topographie, Geologie und Vegetation die kritischsten Bereiche der Haupttransportleitung dar. Das starke Gefälle, der Felsuntergrund und das Fehlen jeglicher für große Baumaschinen befahrbarer Wege verhindern im Bedarfsfall eine schnelle Reparatur. Zudem ist aufgrund der starken Neigung eine Innensanierung der bestehenden Rohrleitung nicht möglich. Deshalb wurden diese Abschnitte mit höchster Priorität als Doppelleitung 2 x DN 400 aus duktilem Gusseisen (GGG) ausgeführt und die alte Haupttransportleitung stillgelegt. Um insbesondere im Steilhangbereich auf sperrige Betonwiderlager verzichten zu können, wurden längskraftschlüssige Muffenverbindungen TIS-K und NOVO-SIT verwendet.
Zur Kreuzung der Bahnstrecke bei Winningen wurden rd. 30 m Stahlrohre DN 1200 [mm] im Vortrieb eingebaut und die Doppelleitung auf Transportschellen eingezogen. Der Ringraum wurde verdämmt.
Die Autobahnabfahrt Koblenz-Nord (Abschnitt 1) ist aufgrund der zahlreichen stark befahrenen Verkehrsachsen ebenfalls ein sehr kritischer Bereich. Im Bedarfsfall wird eine schnelle Reparatur aufgrund des sehr hohen Verkehrsaufkommens behindert. Deshalb sollte dieser Abschnitt ebenfalls als Doppelleitung ausgeführt und die alte Haupttransportleitung stillgelegt werden. Sämtliche Verkehrsachsen waren ausschließlich im grabenlosen Verfahren zu kreuzen.
Von einer Doppelpressgrube aus wurden rd. 300 m Stahlbetonrohre DN 1400 unter der Autobahn und der Bundesstraße und rd. 60 m Stahlrohre DN 1200 unter der Bahnstrecke vorgetrieben. Die Doppelleitung wurde auf Transportschellen eingezogen und der Ringraum der Bahnkreuzung verdämmt.
Im Bereich der Hochebene von Bubenheim nach Winningen (Abschnitt 2) verläuft die geplante Trasse weitestgehend außerhalb der Verkehrswege durch Landwirtschaftsflächen. Hier sind in den verfüllten Rohrgräben geringe Setzungen zugelassen, so dass der anstehende Boden auch bei einer nicht ganz optimalen Verdichtungsfähigkeit zur Verfüllung der Rohrgräben verwendet werden kann. Um auch im Bereich der Leitungszone (abgesehen vom Rohrauflager) auf einen Bodenaustausch verzichten zu können, werden die Rohre durch eine Zementmörtel-Umhüllung (ZMU) vor Steineinschlüssen im Verfüllboden geschützt. Damit können die erforderlichen Bodenbewegungen auf ein Minimum reduziert werden.

Kennwerte