Leitfaden „Qualitätsabhängige Kanalnetzsteuerung" veröffentlicht

Am 21.09.2017 wurde im Rahmen des Bochumer Workshops Siedlungswasserwirtschaft die aktuelle Fassung des Praxisleitfadens "Qualitätsabhängige Kanalnetzsteuerung" vorgestellt.

Der Leitfaden fasst die Ergebnisse des Teilprojekts zur Entwicklung einer qualitätsabhängigen Verbundsteuerung in Wuppertal zusammen. Basierend auf einer umfangreichen Literaturrecherche ist der Stand des Wissens zum Thema "Online-Qualitätsmessungen in Kanalnetzen" zusammengefasst.

Das Forschungsprojekt SAMUWA „Die Stadt als hydrologisches System im Wandel. Schritte zu einem anpassungsfähigen Management des urbanen Wasserhaushalts“ wurde als Verbundforschungsvorhaben innerhalb der BMBF-Fördermaßnahme „Intelligente und multifunktionelle Infrastruktursysteme für eine zukunftsfähige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung“ (BMBF-INIS) durchgeführt (Förderkennzeichen 033W004A). Der Fokus dieses Projektes lag in der Flexibilisierung und Überarbeitung von bestehenden Systemen. Der zukünftige Wandel der städtischen Wasserinfrastruktur wird, bedingt durch allgemeine Entwicklungen wie den demografischen und klimatischen Wandel, von stadtspezifischen Entwicklungen wie z. B. der Veränderung der Stadtstrukturen sowie sozio-ökonomischen und sozio-kulturellen Entwicklungen überlagert. Hinzu kommen veränderliche und mitunter konkurrierende Ansprüche der Gesellschaft hinsichtlich Kosten und Risiken sowie an die Qualität und Nutzbarkeit von Gewässern.

  • 02 Oktober
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Das Teilprojekt B1 „Qualitätsabhängige Steuerung“ legte den Fokus auf die Verbesserung des Bestandes durch technische Maßnahmen. Anspruch war es hierbei, das System intensiv zu analysieren und Verbesserungen hinsichtlich der Steuerung abzuleiten, die mit geringen Ertüchtigungsmaßnahmen möglich sind.

Messkampagnen zeigen, dass Abflussverschmutzungen vielfach eine hohe zeitliche und räumliche Variabilität aufweisen (z. B. Spülstöße) und selten eine Korrelation mit hydraulischen Daten besteht. Kanalnetzsteuerungen, die nur auf Wasserstands- und Abflussmessungen beruhen, können diese Effekte daher nicht berücksichtigen. Nur Online-Messungen der Konzentrationsganglinie können heute die dynamischen Prozesse abbilden und stellen damit eine sichere Steuerungsgrundlage dar.

Unter Berücksichtigung der qualitativen Aspekte von Steuerungsstrategien kann die in den bisherigen Regelwerken vorhandene Lücke zu zeitgemäßen Ansprüchen an den Gewässerschutz geschlossen werden.

Der vorliegende Leitfaden soll die laufenden Arbeiten zu diesem Thema (u. a.) der DWA ergänzen, welche die notwendigen Überlegungen und Handlungsschritte zur Implementierung von Verbundsteuerungsstrategien aufgrund von hydraulischen Daten darlegt. Kanalnetzsteuerungen stellen eine wichtige Möglichkeit dar, bestehende Kanalnetze an sich ändernde Randbedingungen wie den demographischen und klimatischen Wandel anzupassen. Dieser Leitfaden möchte hierzu einen weiteren Baustein liefern.

Weitere Veröffentlichungen, u. a. zum Thema „Wassersensible Stadtentwicklung", stehen auf der Projekthomepage www.samuwa.de zur Verfügung.

Ansprechpartner: Dr. Holger Hoppe

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