Die Fachhochschule Münster und die Dr. Pecher AG haben in Zusammenarbeit mit dem Abwasserbetrieb Warendorf und der WSW Energie und Wasser AG das Projekt zur Detektion von Fehleinleitungen in Trennsystemen und Reduktion der resultierenden Gewässerbelastung (DETEK-T) erfolgreich abgeschlossen.
Ein Kurzbericht und der „Leitfaden zur Beseitigung und Vermeidung von Fehleinleitungen in die Regenwasserkanalisation für Kanalnetzbetreiber in NRW“ sind jetzt auf der Homepage des LANUV NRW verfügbar.
Fehlangeschlossene Schmutzwasserleitungen an Regenwasserkanäle oder Verbindungen der Schmutzwasserkanalisation zur Regenwasserkanalisation führen zu ökologischen Gewässerbelastungen, die bislang nicht näher quantifiziert worden sind. Neben dem Eintrag an Zehr- und Nährstoffen und ästhetischen Beeinträchtigungen, beispielsweise durch fixierte Hygieneartikel im Uferbereich, ist hierbei insbesondere der Eintrag von Keimen und Mikroschadstoffen in die Gewässer zu nennen. Daraus resultieren Probleme, wie beispielsweise hygienische Einschränkungen (Badegewässerqualität) bis hin zu möglichen Belastungen des Trinkwassers. Eine exakte Lokalisierung dieser Fehleinleitungen mit herkömmlichen Verfahren wie Kanal-TV-Untersuchungen, Benebelungen oder Tracerzugaben ist nur eingeschränkt möglich. Im Rahmen des Projektes wurden innovative Techniken zur Detektion und Konzepte zur anschließenden Beseitigung der Fehleinleitungen in trennentwässerten Kanalisationen in NRW weiterentwickelt.

Das Forschungsprojekt war durch folgende Teilziele bzw. Maßnahmen geprägt:
1) Quantifizieren: Überschlägliche Ermittlung der Größenordnungen des Schmutzfrachteintrages durch fehlangeschlossene Schmutzwasserleitungen in Trennsysteme für zwei Beispielkommunen
2) Feststellung des momentanen Umgangs von Kommunen in NRW mit Fehlanschlüssen
3) Detektieren: Untersuchung und Entwicklung von Techniken und Konzepten zur Detektion von Fehleinleitungen
4) Beseitigen: Entwicklung konkreter Maßnahmen und Konzepte zur Beseitigung von Fehleinleitungen unter Berücksichtigung möglicher Hindernisse bei der praktischen Umsetzung
5) Vermeiden: Dokumentation in einer Handlungsempfehlung (Leitfaden), die es den Kommunen in Zusammenarbeit mit den Behörden ermöglicht, bestehende Fehleinleitungen sukzessive zu beseitigen und künftig Fehleinleitungen zu vermeiden
Durch den Einsatz von Glasfaserkabeln in der Regenwasserkanalisation können Fehleinleitungen aufgrund der Temperaturdifferenzen zwischen Schmutz- und Regenwasser detektiert werden. Dieses Konzept wurde weiterentwickelt, so dass eine breitere Anwendung künftig möglich wird.
Insbesondere Techniken zum flexibleren Einsatz der Glasfaserkabel konnten bereits in weiteren Projekten in Linnich (NRW) und in Berlin genutzt werden.
Projektpartner:
Fachhochschule Münster, Fachbereich Energie, Gebäude, Umwelt
IWARU Institut für Wasser, Ressourcen, Umwelt
Prof. Dr.-Ing. Helmut Grüning
Abwasserbetrieb Warendorf
WSW Energie & Wasser AG
Ansprechpartner bei der Dr. Pecher AG:
Dr. Holger Hoppe
Downloads zum Projekt unter (externer Link)