In der vergangenen Woche fand an der NTNU in Trondheim die „11th International Conference on Sewer Processes and Networks (SPN11)“ statt.

Die SPN zählt zu den zentralen internationalen Fachkonferenzen im Bereich der urbanen Entwässerungssysteme und bildet eine wichtige Plattform für den Austausch zu aktuellen Entwicklungen in der Kanalnetzbewirtschaftung und Regenwasserbehandlung.

Im Fokus der diesjährigen Konferenz standen insbesondere technologische und konzeptionelle Weiterentwicklungen, darunter neue Monitoring- und Sensortechnologien, digitale sowie KI-gestützte Ansätze zur Betriebsoptimierung von Entwässerungssystemen sowie innovative Lösungen im Umgang mit sogenannten Emerging Pollutants. Letztere gewinnen vor dem Hintergrund steigender Anforderungen an den Gewässerschutz zunehmend an Bedeutung.

Im Rahmen der Session „Emerging Issues and New Technologies“ präsentierten Prof. Dr.-Ing. Holger Hoppe und Daniela Böckmann den gemeinsamen Beitrag der Dr. Pecher GmbH, der MicroBubbles GmbH und der Hochschule Bielefeld: „Removal of suspended solids and microplastics in stormwater sedimentation tanks using in situ-microflotation“.

Zentraler Bestandteil des Beitrags waren die Ergebnisse eines Pilotbetriebs eines Regenklärbeckens (RKB), das mit einer modularen Anlage zur In-situ-Mikroflotation (ISM) ausgestattet wurde. Ziel dieses innovativen Behandlungsansatzes ist die weitergehende Entfernung von partikelförmigen Stoffen aus dem Niederschlagsabfluss, insbesondere von Feinpartikeln (AFS63) sowie von Mikroplastikpartikeln, wie beispielsweise Reifenabrieb. Die durchgeführten Untersuchungen zeigen deutlich, dass konventionelle Sedimentationsanlagen im Bereich der feinen Partikelfraktionen häufig nur begrenzte Abscheideleistungen erreichen. Durch den Einsatz der Mikroflotation lassen sich hingegen signifikant höhere Wirkungsgrade erzielen. Die Technologie zeichnet sich dabei durch ihre Flexibilität und Übertragbarkeit aus und eignet sich sowohl für den Einsatz in Neuanlagen als auch für die Nachrüstung.

Rückblick auf die SPN11 in Trondheim

Ein besonderer Schwerpunkt der Arbeiten lag auf der Kombination aus Laborversuchen und großtechnischem Pilotbetrieb, unter anderem an einem Standort in Paderborn. Dabei konnte eine stabile Anlagenperformance auch unter variierenden hydraulischen Belastungsbedingungen nachgewiesen werden. Die vorgestellte Lösung bietet somit eine skalierbare und praxisnahe Option für kommunale Anwendungen zur weitergehenden Behandlung von Niederschlagsabflüssen.

Neben dem eigenen Beitrag lieferten auch weitere Vorträge wichtige Impulse für die zukünftige Entwicklung der Siedlungsentwässerung. Hervorzuheben sind insbesondere Beiträge zum sogenannten „2 %-Ziel“ der novellierten EU‑Kommunalabwasserrichtlinie (KARL), die die Bedeutung der Regenwasserbehandlung für den Gewässerschutz weiter unterstreichen und neue Bewertungsmaßstäbe für Entwässerungssysteme setzen.

Die SPN11 bot insgesamt eine hervorragende Gelegenheit für den intensiven fachlichen Austausch mit einem internationalen Publikum sowie für die Diskussion zukünftiger Herausforderungen und Lösungsansätze im Bereich der Regenwasserableitung und ‑behandlung.

Wir danken den Organisatoren der NTNU, insbesondere dem Gastgeber Prof. Franz Tscheikner-Gratl und seinem Team, für die gelungene Veranstaltung und freuen uns darauf, die begonnenen Diskussionen im Rahmen der kommenden NOVATECH-Konferenz in Lyon fortzuführen.