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Bereits im Sommer 2020 startete das Forschungsprojekt ISAP (Integrative stadt-regionale Anpassungsstrategien in einer polyzentrischen Wachstumsregion: Modellregion – Region Stuttgart), an dem auch die Dr. Pecher AG beteiligt ist. Die Dr. Pecher AG ist darin für die Erstellung einer „Regionalen Starkregengefahrenkarte“ für rd. 3.600 km² auf einem 1m-Raster verantwortlich. Als Eingangsgrößen werden in dem begleitenden Verbundprojekt NUKLEUS und dem Partner KIT (Karlsruhe Institute of Technology) neueste Klimasimulationen erarbeitet und ausgewertet.

Für die Modellregion Stuttgart als polyzentrischer, hochverdichteter Raum mit starkem Wirtschaftswachstum ist die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels eine zentrale Voraussetzung für die Aufrechterhaltung der Wohn- und Lebensqualität in den 179 Städten und Gemeinden sowie die Sicherheit und Wettbewerbsfähigkeit der Region insgesamt. Dabei ist die Region bereits heute durch massiven sommerlichen Hitzestress und lufthygienische Probleme gekennzeichnet. Starkregenereignisse haben mehrfach wichtige Infrastruktureinrichtungen getroffen. Im Vergleich zu bestehenden textlichen Anpassungsempfehlungen in der Planung und qualitativen Prüfinstrumenten, besteht die Originalität des ISAP-Projekts in der Entwicklung eines quantitativen Anpassungs-Checks, der sowohl Indikatoren zu Anpassungskapazitäten als auch Kosten und Nutzen von Anpassungsmaßnahmen auf stadt-regionaler Ebene umfasst. Auch mit der Entwicklung einer auf Grundlagen der regionalen Klimamodellierung aufbauenden stadt-regionalen hydrodynamischen Starkregenrisikokarte wird Neuland beschritten. Insgesamt zielt das ISAP-Projekt auf die Verbesserung der Planungsgrundlagen sowie deren Anwendung in Entscheidungsprozessen, um den Einsatz von Klimaanpassungsmaßnahmen als selbstverständlichen und integrativen Teil der räumlichen Entwicklungsplanung zu etablieren.

Dazu entwickelt ISAP gemeinsam mit der Region und der Stadt Stuttgart ein neues innovatives stadt-regionales Online-Informations- und Beratungssystem.

Das System umfasst dabei passgenaue stadt-regionale Informations- und Analyseinstrumente für die Klimaanpassung, wie Klimadaten, Vulnerabilitäten und Anpassungsnotwendigkeiten, die auch die speziellen Nutzerbedarfe in der Modellregion fokussieren.

Mittwoch, 21 April 2021 06:52

Starkregenrisikomanagement Wuppertal

Die Dr. Pecher AG erarbeitet im Auftrag der WSW Energie & Wasser AG und der Stadt Wuppertal ein Konzept zum Starkregenrisikomanagement.

Am 15.04.2021 wurden die Ergebnisse in einer Pressekonferenz des Oberbürgermeisters Uwe Schneidewind vorgestellt.

Der Klimawandel schreitet voran und wird immer deutlicher spürbar. Hitzerekorde in den letzten 10 Jahren, Orkane die Bäume entwurzeln und sehr trockene Jahre sind keine Seltenheit mehr. Eine extreme Wetterlage haben die Bürger:innen der Stadt Wuppertal im Mai/Juni 2018 selbst erleben können. Oberbürgermeister Uwe Schneidewind von der Stadt Wuppertal: „Im Frühjahr 2018 zeigten sich die Auswirkungen des Klimawandels auch in Wuppertal ganz deutlich und diese Phänomene werden sogar noch zunehmen.“

Die Stadt Wuppertal hat daraufhin bereits im Jahr 2018 in Zusammenarbeit mit der WSW Energie & Wasser AG und der Dr. Pecher AG die Starkregengefahrenkarten erstellt, die seit  Dezember 2018 online sind. Viele Bürger:innen haben in den letzten Jahren diese Möglichkeit als Informationsquelle genutzt. „Die WSW hat auch Beratungen angeboten, damit die Wuppertaler Bürger*innen technische Maßnahmen ergreifen können und ihr Eigentum besser schützen können“, so Herr Massing von der WSW Energie & Wasser AG.

Auf der Basis eines Leitfadens und mit finanzieller Unterstützung des Landes NRW wurde nun mit dem Projekt „Starkregenrisikomanagement“ ein weiterer Baustein abgeschlossen. Er umfasst eine Fortschreibung der Starkregengefahrenkarten, eine Risikoanalyse bei sensibler Infrastruktur sowie ein Handlungs- und Verstetigungskonzept.

Montag, 12 April 2021 08:14

Neubau der Trinkwasserleitungen in Kirn

Die Dr. Pecher AG wurde im Jahr 2017 von der Stadt Kirn beauftragt, ein Konzept für die Optimierung der Wasserverteilung in der Stadt Kirn zu erstellen und die Löschwasserkosten zu ermitteln. Mit der Konzeptstudie wurden u. a. die hydraulischen Schwachstellen im Wasserverteilungssystem aufgedeckt und Vorschläge zur Verbesserung der Druck- und Durchflussverhältnisse unterbreitet.

Insbesondere in der Hochzone der Stadt Kirn wurden hydraulische Defizite hinsichtlich der Löschwasserversorgung identifiziert, für die Baumaßnahmen der Leitungsverlegung/-erneuerung sowie der Zonenzusammenlegung/-verschiebung empfohlen wurden. Im Jahr 2018 wurde die Dr. Pecher AG für die Planung dieser Maßnahmen über alle Leistungsphasen der HOAI beauftragt. Ende des Jahres 2020 wurden die erforderlichen Baumaßnahmen ausgeschrieben.

Die Stadt Königstein im Taunus beabsichtigt, das neue Wohngebiet „Am Hardtberg“ zu erschließen, um im florierenden Stadtzentrum mehr Wohnplätze zu schaffen. Die Stadtverordnetenversammlung der Stadt Königstein im Taunus hat in ihrer Sitzung am 14.05.2020 den Bebauungsplan K 69 „Am Hardtberg“ in der Gemarkung Königstein beschlossen.

Nun soll die verkehrliche Erschließung des neuen Baugebietes, d. h. die kompletten Straßenbaumaßnahmen inklusive Kanal- und aller Versorgungsleitungen, erfolgen. Die erforderlichen Maßnahmen wurden durch eine Arbeitsgemeinschaft der Dr. Pecher AG und der igr GmbH geplant sowie ausgeschrieben und werden demnächst durch dasselbe Team überwacht.

Freitag, 09 April 2021 06:02

Test für modulares Filterelement

Aktuell entsteht der Rohbau für die von der Dr. Pecher AG geplante technische Regenwasserfilteranlage Böhler Weg in Wuppertal. Die Anlage soll später das aus dem Einzugsgebiet abfließende verschmutzte Niederschlagwasser vor der Einleitung in den Bendahler Bach reinigen. Die Anlage wird zukünftig eine der fortschrittlichsten Regenwasserbehandlungsanlagen in Deutschland sein. Nach einer Vorklärung über einen in der Anlage integrierten Lamellenschrägklärer erfolgt die finale Reinigung des Niederschlagswassers über einen technischen Raumfilter, mit dem neben feinsten partikulären Schmutzstoffen auch gelöste Stoffe, wie z.B. Schwermetalle oder Spurenstoffe, zurückgehalten werden können.

Die Anlage wurde von der Dr. Pecher AG so konzipiert, dass neben einem flächenhaften Filter auch einzelne Filtermodule eingesetzt werden können. Der Vorteil solcher Module wäre eine Verlagerung der Arbeiten zur Filterwartung bzw. -regeneration in der Betriebszentrale des verantwortlichen Kanalbetriebs und die Reduzierung der Arbeiten vor Ort an bzw. in der Anlage. Dadurch werden die Arbeitsbedingungen für das Betriebspersonal deutlich verbessert und Qualitätsgewinne erwartet. Vor Ort müssen dann nur noch gebrauchte Filtermodule durch neue Module ausgetauscht werden. Es wird erwartet, dass diese Arbeiten höchstens einmal jährlich durchgeführt werden müssen.

Donnerstag, 18 März 2021 07:26

Planfeststellungsunterlagen für RHWD XXXIX

Das Land Baden-Württemberg, vertreten durch den Landesbetrieb Gewässer im Regierungspräsidium Karlsruhe, hat Ende Februar die Planungsunterlagen zur Ertüchtigung des Rheinhochwasserdamms (RHWD XXXIX) in Mannheim zur Genehmigung eingereicht. Die Planung dazu wurde von einer Ingenieurgemeinschaft unter Federführung der Dr. Pecher AG erarbeitet. Eine Besonderheit des Vorhabens ist die seit Beginn der Planung breit angelegte Öffentlichkeitsbeteiligung. Ziel war es dabei, unterschiedliche Sichtweisen zu sammeln, aufzuarbeiten und in die Planung mit einfließen zu lassen, um so eine hohe Akzeptanz der Planung bei den Betroffenen zu erzielen.

Extreme Starkregenereignisse und die Notwendigkeit von Anpassungsmaßnahmen beschäftigen heutzutage nahezu alle Kommunen. Getrieben werden die kommunalen Anpassungsaktivitäten zum einen vom Klimawandel und zum anderen aus den Erfahrungen vergangener Extremereignisse. Die Akteure der Stadtentwässerung befinden sich auf dem Weg zu einer einheitlicheren Herangehensweise, auch wenn diese nach wie vor von nur wenigen gesetzlichen Vorgaben mit großem Ermessensspielraum flankiert ist. Es braucht fundierte Daten- und Entscheidungsgrundlagen sowie deren Bereitstellung, zielgerichtete Überflutungsvorsorge- und Risikomanagementkonzepte insbesondere für sensible Nutzungen, eine nachhaltige, wasser- und klimasensible Stadtentwicklung sowie ein hohes Maß an Eigenvorsorge auch auf der privaten Seite. Allen Überlegungen gemein ist die Frage, wie die städtischen und privaten Akteure davon überzeugt werden können, bei dieser kommunalen Gemeinschaftsaufgabe aktiv mitzuarbeiten.

Im Rahmen der DBU-Abschlussveranstaltung zum Projekt KLAS werden erfolgreiche Beispiele für die Erfüllung der kommunalen Gemeinschaftsaufgabe Starkregenvorsorge aufgezeigt. Initialgeber ist die Freie Hansestadt Bremen, die mit den Projektpartnern in dem Projekt KLAS – KLimaAnpassungsStrategie Extreme Regenereignisse – auf mehr als acht Jahre Erfahrung in der kommunalen Starkregenvorsorge zurückblicken kann und eine integrierte Starkregenvorsorgestrategie im Planungs- und Verwaltungshandeln implementiert hat.

Mittwoch, 17 Februar 2021 07:11

Umbau der Emschermündung in den Rhein

Aktuell mündet die Emscher bei Dinslaken mit einem Absturzbauwerk in den Rhein. Damit ist eine Durchgängigkeit für Fische unmöglich und die Ziele der europäischen Wasserrahmenrichtlinie können nicht erreicht werden. Unter Federführung der Dr. Pecher AG plant eine Arbeitsgemeinschaft aus vier Ingenieurunternehmen seit 2009 den ökologischen Umbau der Emschermündung in den Rhein. In Zukunft wird die Emscher rd. 600 m nördlich in den Rhein münden. Die bisher vorhandene Höhendifferenz wird über fischgerecht ausgeführte Sohlgleiten überbrückt. Gleichzeitig wird ein neues Auenfeld geschafffen, in dem das Emscherbett sich zukünftig natürlich ausbilden und nach Hochwasserereignissen auch verlagern kann. Für den Mündungsraum entsteht so ein enormer ökologischer Zugewinn. Als zusätzlicher Nebeneffekt dieser Umgestaltungsmaßnahme konnten rd. 1,3 Mio. m³ zusätzlicher Retentionsraum für Hochwasserabflüsse im Rhein geschaffen werden.

Kommunale Strategien zur Starkregenvorsorge - Abschlussveranstaltung zum DBU-Projekt KLAS, online
Informationen zum Programm siehe https://www.dbu.de/550artikel38904_2440.html

Auch im Jahr 2020 wurde der Rolf-Pecher-Preis verliehen – allerdings unter besonderen Randbedingungen. Herr Hendrik Janssen erhält den Preis für seine Masterarbeit zum Thema „Untersuchung der Möglichkeiten zur modelltechnischen Abbildung einer qualitätsabhängigen Kanalnetzsteuerung“ an der FH Münster. Die Arbeit wurde von Prof. Helmut Grüning betreut und von der Wuppertaler Stadtwerke Energie & Wasser AG unterstützt. Gemeinsam mit Prof. Grüning und Dr. Klaus Pecher erfolgte die Preisübergabe in diesem Jahr „online“.  Auf diese Weise konnten zahlreiche Kolleginnen und Kollegen mit dabei sein.

Kanalnetzsteuerungen geben Betreibern die Möglichkeit, auch im Bestand auf aktuelle Entwicklungen zu reagieren oder eine Optimierung des Betriebs (qualitativ oder monetär) zu erreichen. Im Projekt SAMUWA wurde gezeigt, welche Vorteile qualitätsabhängige Steuerungskonzepte aufweisen, die nicht nur Wasserstände und Volumenströme berücksichtigen, sondern ebenfalls die tatsächliche Abflussverschmutzung.

Die Wuppertaler Stadtwerke Energie & Wasser AG betreibt seit rund 15 Jahren eine qualitätsabhängige Kanalnetzsteuerung. In den sogenannten Verzweigungsbauwerken (VZW) erfolgt eine qualitätsabhängige Aufteilung des Zulaufs in behandlungsbedürftige und nicht behandlungsbedürftige Abflüsse auf Basis von UV-Vis-Sonden basierend auf dem Parameter „AFS“. Behandlungsbedürftige Abflüsse werden in das kaskadierte Speichersystem des Entlastungssammlers Wupper (ESW) eingeleitet. Zukünftiges Ziel ist eine übergreifende Verbundsteuerung der Zuflüsse in den ESW, wobei die Konzeption der Steuerung modellunterstützt mit einem hydrodynamischen Gesamtmodell erfolgen soll. Für diese Modellentwicklungen standen ein hydrologisches Grundmodell (MOMENT), hydrodynamische Kanalnetzmodelle (++Systems/DYNA), aufgezeichnete Messdaten (aquaZIS) sowie Plan- und Genehmigungsunterlagen des Entwässerungssystems zur Verfügung.

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